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Platons bekannteste
Texte
Apologie
Die Apologie des Sokrates wurde von
Platon verfasst. Sie enthält die Verteidigungsrede des Sokrates zur
Anklage der Gotteslästerung und der Verführung der Jugend.
Unter "Apologie des Sokrates" wird
die Verteidigungsrede des Sokrates verstanden, die dieser während seines
Prozesses hielt. Nach dem Tod des Sokrates entstand eine Unzahl von
Apologien, deren Urheber nicht nur seine Schüler waren. Die meisten sind
verschollen. So zum Beispiel auch die des Lysias. Die Unterschiede
zwischen den beiden als einzige erhaltenen Apologien (der des Xenophon und
der des Platon) lassen erahnen, wie unterschiedlich die weiteren Apologien
gewesen sein könnten. Wenn die Schriften über Sokrates etwas beweisen,
dann, dass wir uns auf keine überlieferte Nachricht über diesen Mann
verlassen können.
Platons "Apologie" zufolge hat sich
in Athen um Sokrates folgendes ereignet: Sokrates wurde vor einem
Volksgericht (Dikasterion) aus 501 zu Richtern berufenen Bürgern
angeklagt. Ankläger in diesem öffentlichen Verfahren waren Meletos, Antyos
und Lykon. Die Anklage lautete auf Asebie (Frevel wider die Götter) und
auf "Verderbung der Jugend". Sokrates wurde mit knapper Mehrheit für
schuldig befunden und anschließend zum Tod durch den Schierlingsbecher
verurteilt. Das griechische Rechtssystem sah vor, dass zunächst über die
Frage der Schuld entschieden werden musste und anschließend über die der
Strafe. Die "Apologie" des Platon gliedert sich demnach in drei Teile: in
eine Verteidigung gegen die Anklage, in eine Rede zum Strafmaß und eine
abschließende Intervention seitens Sokrates, nachdem die Todesstrafe
verkündet wurde. Am Anfang der "Apologie" weist Sokrates darauf hin, dass
der Prozess gegen ihn eigentlich schon seit Jahren läuft, nämlich in Form
übler Nachrede vieler Athener gegen ihn. Nach dieser psychologisch überaus
geschickten Einleitung berichtet Sokrates über seine - wie er glaubt -
Berufung durch Apollon. (Nämlich durch seine tägliche Diskussion mit den
Athenern, den Orakelspruch von Delphi, der besagt, dass Sokrates der
Weiseste aller Menschen sei, in der Praxis zu beweisen oder zu
widerlegen.) Sodann widmet er sich der Widerlegung der beiden
Anklagepunkte. Sokrates führt die Argumente seines Anklägers Meletos, der
sich auf die Asebie konzentriert hat, ad absurdum, was seinen Höhepunkt in
einem kurzen aber sehr typischen Dialog zwischen Sokrates und seinem
Ankläger hat. In der Rede über das Strafmaß weigert sich Sokrates
zunächst, eine milde Strafe zu erbitten, da er ja der Auffassung ist,
unschuldig zu sein. Anschließend beantragt er, ohne den Pragmatismus zu
verbergen, eine geringfügige Geldstrafe. In der dritten Rede äußert sich
Sokrates über den Tod und die Frage, ob man sich davor fürchten
müsse.
In der "Apologie des Sokrates"
stellt Platon einen wesentlichen Punkt der Haltung seines Sokrates dar.
Die Apologie kann somit sehr gut als Einführung in Platons Werk dienen.
Für die Einschätzung des historischen Sokrates ist sie jedoch mit Vorsicht
zu genießen. Platons Sokrates sagt: "Offenbar bin ich (...) um eine
Kleinigkeit weiser, eben darum, dass ich, was ich nicht weiß, auch nicht
zu wissen glaube." - Allerdings bleibt Platons Sokrates in den reiferen
Dialogen an diesem Punkt niemals stehen, sondern dieser Punkt ist der
Anfang zu einem neuen, einem besseren Wissen. Es darf angenommen werden,
dass diese Haltung weit mehr von Platon stammt, als dass sie von dem
wirklichen Sokrates entlehnt sei. Bei Platon ist jedenfalls die
Erkennbarkeit der Welt und das Wissenkönnen nicht geleugnet. Platon ist
nicht identisch mit seiner Kunstfigur, dem Sokrates. Außerdem sind die
Aussagen, die Platon in seinem Werk trifft, grundsätzlich didaktischer
Natur. Es geht immer eher um eine Haltung oder ein Prinzip als um
Tatsachen oder eine abgeschlossene Theorie.
Platon stützt die häufig
wiederholte These, der Prozess sei eine Rache vieler Beleidigter gegen
Sokrates gewesen, weil dieser den Athenern in vielen Gesprächen ihre
Fehler und Schwächen aufzeigte. Mit großer Wahrscheinlichkeit war dem so,
aber man darf ebenfalls nicht vergessen, dass Athen das Pflaster
politischer Kämpfe war und gerade aus dem Umkreis von Sokrates viele
Personen kamen, die der bestehenden Ordnung Athens die
Existenzberechtigung absprachen und vielfach mit Sparta in Bündnissen
standen. Es ist also durchaus vorstellbar, dass - wie das ja oft in der
Geschichte passiert - der Prozess gegen Sokrates sozusagen ein
"Stellvertreterprozess" war. Eine andere - und möglicherweise
wahrheitsgetreuere - Sicht auf den historischen Sokrates bieten "Die
Wolken" von Aristophanes.
Platonische Dialoge, die mit der
"Apologie" in direktem Zusammenhang stehen, sind "Kriton", "Phaidon" und
"Eutyphron".

Protagoras
Protagoras bezeichnet einen Dialog
von Platon und ist nach dem gleichnamigen Sophisten benannt. Das
vermutlich um 388/7 v. Chr. entstandene Werk thematisiert den Begriff der
Arete. Sokrates diskutiert dabei unter anderem mit Protagoras von Abdera
die Fragen, ob Tugend lehrbar ist und ob sie eine Einheit darstellt. Dabei
wird Sokrates die Frage auf, ob Handlungen wider besseres Wissen möglich
seien.

Ion
Der Ion gehört zu den frühen
Dialogen Platons und entstand nach 399 v. Chr..
Im Ion wird ein Zwiegespräch
zwischen Sokrates und Ion, dem ephesischen Rhapsoden, geführt. Der
Vortragskünstler kommt von dem Asklepiosfest in Epidauros, wo er auf dem
Rhapsodenturnier Sieger wurde, weil er — wie er selber sagt — Homer nicht
nur großartig vorzutragen weiß, sondern über ihn auch mit einer
unerreichbaren Schönheit zu sprechen versteht. Sokrates fängt nun an, ihn
schalkhaft auszufragen; auf seine Fragen gesteht der sehr naive und
beinahe kindlich selbstzufriedene Ion, dass er bei der Erwähnung anderer
Dichter, zum Beispiel Hesiods, unempfänglich bleibt und nur durch Homer
derart in Feuer und Flamme versetzt wird, dass er im Nu so vielerlei von
ihm zu sagen weiß, wie kein anderer. Bei näherer Betrachtung erweist sich
also sein Können als sehr einseitig und wenig begründbar. Sokrates beweist
schließlich, daß die wunderbare Fertigkeit Ions sich nicht auf ein Wissen
gründen kann, weil er dann über alles, was in den Bereich der Dichtung
fällt, zu reden wüßte; sondern sie ist eine göttliche Gabe, Inspiration,
von der er gleichsam trunken spricht. Auch die Dichter verstehen sich nur
auf bestimmte Kunstgattungen: ihre Werke zu beurteilen aber vermögen sie
nicht einmal so gut, wie der Laie. Auch sie dichten nicht auf Grund eines
Wissens, sondern der Inspiration. Dem Magnetstein ähnlich, der einen
Eisenring anzieht und so magnetisiert, dass sich an diesen wieder ein Ring
hängt, an diesen wieder einer und so weiter, hängt der Dichter an der
Muse, der Rhapsode, der Schauspieler, der Chorsänger am Dichter, das
Publikum am Vortragenden. Eine zweite Frage ist, worüber Ion von den
Aussagen Homer so gut zu urteilen weiß? Über das Wagenrennen kann der
Wagenlenker, über die Pferde der Pferdepfleger, über das Weben können die
Frauen eine gründlichere Meinung äußern. Ion behauptet schließlich, er
spräche über die Kämpfe und die Kriegführung am besten und in ihm als
Rhapsoden und dem Sohne des Athen unterworfenen Ephesos wäre ein
hervorragender Heerführer verloren gegangen, weil er auf diesem Gebiete
nicht geltend werden kann. Nachdem der schalkhafte Sokrates Ion so weit
gedrängt hat, sich so weit aufzuschwingen, bringt er ihn schließlich mit
einer geschickten Wendung dahin, anzuerkennen, dass er kein ungerechter
Kunstverständiger, sondern ein von Gott inspirierter Lobredner Homers
ist.
Goethe hielt diesen kleinen Dialog
für „töricht“. Doch klingen im Dialog Themen an (Dichterinterpretation,
Verhältnis von Dichtung und Philosophie, Enthusiasmus), die für Platon von
grundsätzlicher Bedeutung sind und in der Poetiktradition kontrovers
diskutiert wurden.

Phaidon
Platons Dialog Phaidon schildert
das letzte Zusammentreffen Sokrates mit seinen Freunden. Dieser
platonische Dialog ist zeitlich und thematisch an die Apologie des
Sokrates angelehnt, gehört aber zu den mittleren Schriften, in denen die
Ideenlehre im Mittelpunkt steht. Schriften aus dieser Periode sind
außerdem das Symposion, der Phaidros und Politeia II - X. Auf die Bitte
des Pythagoreers Echekrates berichtet Phaidon diesem von den letzten
Stunden Sokrates und von dem letzten Gespräch: der Argumentation vom
Fortleben der Seele. Phaidon selber gründete nach Sokrates Tod eine
Philosophenschule in Elis und schrieb sokratische Dialoge.
Ausgehend von seinen durch die
Fesseln schmerzenden Hände, denkt Sokrates über das eigenartige Verhältnis
von Lust und Schmerz nach, um dann zu dem Schluss zu kommen, dass der
Philosoph gerne sterbe. Der Bestürzung des Kebes über diese Äußerung wird
durch das Argument begegnet, dass die Seele weiter fortlebe und deshalb
der Philosoph ja im Tode das Ziel seines Strebens erreicht habe -
Unabhängigkeit. Doch da Kebes mit dieser Erklärung nicht zufrieden ist,
erläutert Sokrates seine Äußerung durch die Erzählung von der Wanderung
der Seele durch den Hades und vom Vergehen und Entstehen in der Natur. In
dieser Argumentation spielen sich pythagoreische und heraklitische
Einflüsse wieder: wie das Kalte aus dem Warmen entstehe oder das Wachende
aus dem Schlafenden, so entstehe das Leben aus dem Tod. Dieser Gedanke der
Seelenwanderung steht in dieser Argumentation in Verbindung mit dem
Begriff der Wiedererinnerung, der Anamnesis, die insbesondere im Dialog
Menon dargelegt wird. Als dritter wichtiger Beweis wird die Ähnlichkeit
der Seele mit dem unsichtbar Beständigen aufgeführt. Sokrates
unterscheidet hier zwei Formen des Seins, deren Beschaffenheit
grundsätzlich verschieden ist: Sinnendinge und Ideen.
Die
Ideenlehre im Phaidon Da weder der Phaidon, noch ein
anderer Dialog, eine Begründung der Ideenlehre enthält, bleibt es dem
Leser überlassen, die Begründung zu rekonstruieren. Im "Phaidon" sind
dafür die Abschnitte 72 e - 79 e und 95 e - 105 b wichtig. Zwei
Themenfelder übernimmt die europäische Philosophie allerdings von Platon:
die von Leib und Seele, sowie die von Sinnendingen und Ideen. Im Phaidon
werden beide Themenkomplexe behandelt, denn er handelt von der Erkenntnis
der Ideen, um die Unsterblichkeit der Seele zu beweisen.
Zitate aus Platons Schriften lassen
sich zu der These verdichten, dass Platon an einer rationalen
Erkennbarkeit der Ideen letztlich zweifelt. Seine Schriften lassen keinen
festen Standpunkt erkennen. So ist die Ideenlehre mehr das Produkt der
Rezeption, denn der Philosophie Platons.
Kurz gefasst kann gesagt werden, dass sich der Begriff der
Idee als Vermittlung zwischen Welt als Wirkung und einer letzten Ursache
des Seins verstehen läßt. In dem Sinne kann natürlich nur im übertragenen
Sinne von einem Ideenhimmel oder dergl. gesprochen werden. Vom
ontologischen Status der Ideen wird im Dialog Phaidon nicht
gesprochen.
Wirkung Der Dialog ist ähnlich wie die
Apologie sprachlich und bezüglich der Person Sokrates literarisch sehr
schön und lesenswert. Wohl aus diesem Grund ist dieser Dialog neben dem
Menon, der Apologie und dem Symposion einer der bekanntesten Dialoge
Platons. Seine Wirkung entfaltet er insbesondere durch den bekannten
Argumentationsgang von dem Weiterleben der Seele nach dem Tod. Hatte
Sokrates in der Apologie noch gesagt
„Nun aber ist die Zeit gekommen uns
zu trennen, ich als derjenige der sterben wird, ihr als die, die
weiterleben werden. Wer von uns den bessern Weg geht, dass bleibt allen
verborgen, außer dem Gott.” nimmt er hier im Phaidon eine wesentlich
zuversichtlichere Haltung bezüglich des Weiterlebens der Seele nach dem
Tode ein.
Platons Dialog erscheint beim
ersten Lesen als eingängig und klar, allerdings verbirgt sich hinter dem
lockeren Dialog eine sehr schwierige und logisch komplizierte
philosophische Konstruktion. Daher sind in neuerer Zeit verschiedene
Kommentare zu einzelnen Dialogen geschrieben worden, die dem Leser die
Möglichkeit geben, sich den Themen Platons nach Gesichtspunkten neurer
Forschung zu nähern. So wird zwar der Argumentation des Sokrates heute
viele logische Fehler nachgewiesen, allerdings wird die These vertreten,
dass Platon diese Fehler bewusst inszeniert, um seine Leser zu
gründlicherem Nachdenken zu veranlassen. Häufig wird durch eine zu sehr
vereinfachende Darstellung der Ideenlehre Platons, der Eindruck
vermittelt, es handele sich hier um ein starres Konzept ontologischer
Ordnungen - dass er sich aber vielmehr um das Sprachfeld einer der
wichtigsten Themenfelder der Philosophie handelt, wird dabei übersehen.
Nicht nur dass es keine ausformulierte Ideenlehre bei Platon gibt, dieser
Begriff selber ist nachträglich auf das Konstrukt Platons gesetzt worden,
weiter ist es auch nicht zulässig, die Dialogform außer Acht zu lassen, so
ist der Dialog Phaidon in seiner Argumentation eher pythagoreisch, da die
Gesprächspartner Pythagoreer sind. In der modernen Rezeption wird genau
dieses berücksichtigt und mehr auf die Entfaltung eines Grundproblems
hingewiesen, denn als auf eine feststehende Ideenlehre.

Hippias Maior
Der Titel Hippias Maior oder auch
Hippias I. bezeichnet einen Dialog Platons zwischen Sokrates und dem
Sophisten Hippias von Elis. Beide unterhalten sich über das Schöne. Der
Dialog endet ohne Einigung in der Sache mit dem Unmut des Hippias und der
Erkenntnis des Sokrates, dass alles Schöne schwierig sei.
Hippias
Maior in: Platon, Sämtliche Werke (deutsch), Bd.I. Hamburg 1994.

Symposion (Das Gastmahl)
Das Gastmahl des Platon ist der
Bericht des griechischen Philosophen Platon über ein Symposion
(=Trinkgelage, eigentlich Zusammenkunft). Das Symposion gilt als einer der
mittleren Dialoge Platons und entstand um ca. 380 v. Chr.
Inhalt
Der junge Tragödiendichter Agathon
hat während der Dionysosfeiern 416 v. Chr. einen Preis errungen. Aus
diesem Grund treffen sich Freunde und Bekannte unter ihnen Alkibiades,
Aristophanes und Sokrates zum gemeinsamen Feiern. Thema des Gespräches ist
Eros. Berühmt ist die Rede des Alkibiades über Sokrates. Die zentrale und
längste Rede wird von Sokrates vorgetragen, stammt aber ursprünglich von
Diotima von Mantinea. Dies ist die einzige überlieferte Rede einer Frau in
dem von Männern dominierten Kreis. Bekannt ist weiterhin Aristophanes'
Rede von den Kugelmenschen.
Der Verlauf des Gespräches lässt sich
wie folgt zusammenfassen:
Als erstes spricht der junge
Phaidros, der schon aus dem platonischen Dialog "Phaidros" bekannt
ist und wohl der Geliebte Eryximachos war. Er verkörpert die traditionelle
Rolle und erzählt das bisherige, durch Mythen entstandene Weltbild. Dann
vertritt der sophistisch geschulte Pausanias (reich, Hochadel), der
aus Platons Dialog "Protagoras" bekannt ist, das Bild eines zweifachen
Eros, das eine Unterscheidung in guten und schlechten Eros bedingt. Nach
ihm spricht der Arzt Eryximachos und erläutert die
naturwissenschaftliche Seite, nach der stets ein rechtes Maß zwischen den
beiden Formen des Eros gefunden werden muss. Die Rede des Komödiendichters
Aristophanes stellt den Wendepunkt der Gespräches dar, sie ist die
Brücke zwischen den bekannten und den neuen Auffassungen. Aristophanes
erzählt den (erfundenen) Mythos von den zweigeschlechtlichen
Kugelmenschen, die durch den Zorn der Götter geteilt wurden und nun stets
nach ihrer verlorenen Hälfte suchen und streben, wodurch die Liebe
entstand. Der Tragödiendichter Agathon schildert anschließend in
höchst künstlerischer, rhetorisch vollendeter Form seine philosophisch
eher wertlose Sicht auf Eros. Schließlich legt Sokrates eine
revolutionäre Meinung dar und widerlegt die Argumentationen seiner
Vorredner, indem er deren Fehler und Lücken aufzeigt und den schönen
Schein der Reden als Verdeckung von Unwahrheit entlarvt. Diotima
lehrte ihm das Bild des Eros als Mittler zwischen Menschlichem und
Göttlichem, zwischen Erscheinungen und Ideen hin zur höchsten Idee des
Guten und Schönen. Am Ende tritt der schöne aber gänzlich betrunkene
Jüngling Alkibiades auf. Dieser wird von allen begehrt, er selbst
ist jedoch nur an Sokrates interessiert. Er erzählt wie Sokrates seinen
Trieben zu ihm widerstanden hat und damit als lebendes Beispiel eines
"ergriffenen" Menschen etabliert wird, der über die Erscheinungswelt
hinausblicken kann. Das wird durch Sokrates anschließend mit unter Beweis
gestellter Trinkfestigkeit unterstrichen.
Die literarische Qualität in Stil und
Aufbau, machte das Symposion zu einem der bekanntesten Dialoge
Platons. Die Wirkungsgeschichte des Werkes reicht bis in unsere Zeit.

Politeia
Die Politeia, verfasst um ca.
370 v. Chr., gilt als das wichtigste Werk Platons und gehört zweifelsohne
zu den wichtigsten Schriften in der Geschichte der Philosophie. Zentrales
Thema der Politeia ist die Frage: Was ist Gerechtigkeit?
Im Dialog auftretende Personen
- Sokrates
- Thrasymachos, Sophist
- Glaukon und Adeimantos (Platons Brüder)
Aufbau
Die Politeia besteht aus zwei
ungleichen Teilen. Im ersten Buch, das ursprünglich als eigenständiger
Dialog konzipiert war, grenzt Platon seine Position von der der Sophisten
ab. Thrasymachos, ein Sophist, behauptet, dass das Gerechte nichts anderes
als der Vorteil des Stärkeren sei. Platon widerlegt dies und auch die
damit einhergehende Behauptung, dass der Ungerechte ein besseres Leben
hätte als der Gerechte. Das erste Buch endet jedoch aporetisch, d.h. in
Ratlosigkeit, man hat zwar festgestellt, was Gerechtigkeit nicht ist,
jedoch keine positive Definition der Gerechtigkeit gefunden.
In den Büchern zwei bis zehn
entwickelt Platon seine Idee der Gerechtigkeit. Mit dem Argument, dass
sich die Dinge im Großen besser und klarer erkennen lassen als bei einem
Einzelnen, behandelt Platon zunächst den gerechten Staat und überträgt die
gewonnenen Erkenntnisse anschließend auf den Menschen.
Struktur des platonischen
Staates
Der Staat entsteht für Platon aus
Gründen der Arbeitsteilung, weil keiner von uns sich selbst genügen kann,
er besteht jedoch um eines höheren Ziels willen: der Gerechtigkeit.
Platons Staat ist gegliedert in den Handwerker- und Bauernstand, den Stand
der Wächter und den der Regenten. Die Angehörigen dieser Stände zeichnen
sich nach Platon jeweils durch besondere Eigenschaften ("Tugenden")
aus.
Weil vor der Geburt den Menschen
unterschiedliche Fähigkeiten zugeteilt wurden (Lachesis-Mythos),
entscheiden die Wächter und Erzieher früh, zu welchem Stand ein Kind
gehören wird. Es wird den Eltern weggenommen und unter völliger
Gleichberechtigung von Buben und Mädchen von Erziehern herangezogen.
(Nicht-taugliche Säuglinge werden nach dem Vorbild Spartas umgebracht.)
Die Regeln der Erziehung werden lange erörtert, wobei alle Menschen die
gleiche Erziehung durchlaufen, mit dem einzigen Unterschied, dass die
Menschen, die in den Nährstand (Bauern, Handwerker usw.) kommen, die
Ausbildung ab einem gewissen Punkt beenden, während diejenigen, die für
den Wehrstand (Wächter) geeignet sind, die allgemeine Ausbildung zu einem
späteren Zeitpunkt beenden - und die Regenten die Erziehung bis zum Ende
durchlaufen. Danach sind sie automatisch Regenten.
Gerechtigkeit im Staat
Platon fragt nun nach der
Gerechtigkeit: In seiner Argumentation geht er aus von der Annahme: Wenn
die Stadt richtig angelegt ist, dann ist sie auch vollkommen gut.
Vollkommen gut heißt weise, tapfer, besonnen und gerecht. Wodurch ist nun
eine Stadt weise zu nennen, fragt er. Weise ist sie durch die Weisheit der
Regenten. Tapfer hingegen müssen in erster Linie die Wächter sein.
Tapferkeit ist, so lässt Platon Sokrates argumentieren, eine Art von
Bewahren, nämlich der vom Gesetz durch die Erziehung eingepflanzte Meinung
über das, was man zu fürchten hat und wie das beschaffen sei.
Besonnenheit ist die Übereinstimmung
des von Natur schlechteren und des besseren Teiles in der Frage, welcher
von ihnen in der Stadt und in jedem einzelnen Menschen zu regieren habe.
Die Besonnenheit muss daher beiden, den Regierenden und Regierten in der
Stadt innewohnen, besonders aber den Regierten.
Gerechtigkeit besteht, so schließt
Sokrates seine Argumentation, nun schlicht darin, dass jeder das Seine
tut, wenn also der Regentenstand weise ist, die Wächter tapfer und die
Regierten besonnen.
Gerechtigkeit beim Menschen
Mit der Gerechtigkeit des Einzelnen
verhält es sich analog: Die Seele des Menschen besteht aus drei
Seelenteilen, dem vernünftigen (logistikon), dem muthaften
(thymoeides) und dem begehrenden (epitymetikon).
Genau wie die einzelnen Stände im
Staat müssen auch diese Seelenteile in Harmonie zueinander stehen. Der
vernünftige Seelenteil muss die anderen durch seine Weisheit lenken, das
muthafte Element, der Wille, muss durch die Tapferkeit die Beschlüsse des
ersten vollziehen, und alle müssen darin übereinstimmen, dass der Vernunft
die Regentschaft zukommt.
Philosophenkönige
Wenn nicht entweder die
Philosophen Könige werden [...] oder die, die man heute Könige nennt,
echte und gründliche Philosophen werden, und wenn dies nicht in eines
zusammenfällt: die Macht in der Stadt und die Philosophie [...] so wird es
mit dem Elend kein Ende haben.[...] Denn es ist schwer einzusehen, dass
nur in einer solchen Stadt das Glück für den einzelnen und die Gesamtheit
zu finden sein sollte. (473d) In diese Worte fasst Platon seine
Forderung, die Philosophen sollten den Staat regieren. Wie kommt er dazu?
Platon erklärt dies in mehreren Gleichnissen, in denen er seine Lehre von
den Ideen, den Urbildern darstellt (siehe auch Ideenlehre,
Höhlengleichnis).
Die Welt ist für Platon zweigeteilt:
In eine Welt der Erscheinungen und eine Welt der Ideen. Ideen sind die
Urbilder, die ewig und unwandelbar sind und die wirklicher als ihre
Abbilder sind. Die Ideen sind hierarchisch geordnet, von trivialen Dingen
wie der Idee des Stuhls bis hin zur höchsten Idee, des Guten, die im
Sonnengleichnis der Metapher der Sonne, die durch ihr Licht alles
bescheint, wachsen läßt und das Sehen ermöglicht, zugrundeliegt. Ziel des
Philosophen ist die Erkenntnis, die Schau der Ideen. Nur wer diesen
schwierigen Weg beschritten und am Ende die wahre Welt gesehen hat, ist
nach Platon in der Lage, den Staat zu regieren. Wenn sie das Gute selbst
gesehen haben, so sollen sie es zum Vorbild nehmen und danach ihr übriges
Leben lang abwechselnd die Stadt und die Mitbürger und sich selbst in
Ordnung bringen.

Kritias
Kritias ist ein in Dialogform
verfasstes Werk des griechischen Philosophen Platon, das nach einer der
darin auftretenden Personen benannt ist. In dem sokratischen Dialog wird
der angeblich aus Ägypten stammende, über Solon nach Griechenland gelangte
und von dessen Nachfahren überlieferte Bericht über Atlantis erwähnt.
Im Dialog auftretende Personen
- Kritias
- Sokrates
- Timaios
- Hermokrates
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