Die Hopi sind die westlichste Gruppe der Pueblo-Indianer und leben im nordöstlichen Arizona, inmitten der Reservation der Diné(Navajo) am Rande der Painted Desert in einer 12.635 km² großen Reservation. Früher wurden sie auch als Moki oder Moqui bezeichnet.

Sprache Die Hopi sprechen einen Dialekt aus der uto-aztekischen Sprachfamilie. Der Sprachwissenschaftler Helmut Gipper untersuchte den Zeitbegriff der Hopi und fand, dass diese Raumbezeichnungen verwenden, um Zeitliches auszudrücken. Die Hopi-Sprache hat also durchaus Bezeichnungen für Gestern, Heute, Morgen und die Tageszeiten, entgegen einer weit verbreiteten Vereinfachung von Benjamin Whorf. Wohngebiet

Es gibt heute etwa 18.000 Hopi, die in ihren typischen terrassierten Pueblo-Bauten aus Stein und Adobe in einer Anzahl unabhängiger Orte verteilt wohnen. Die meisten ihrer Siedlungen liegen auf hohen Mesas, die aus dem Colorado-Plateau emporragen. Das Land der Hopi ist eine trockene Hochlandebene, in der außer ihnen niemand leben könnte. Doch den Hopi gelingt es, diesem unwirtlichen Boden sehr viele landwirtschaftliche Produkte, vor allem Mais der verschiedensten Sorten, abzuringen.

Die Hopi verteilen sich auf elf autonome Dörfer, die auf einer Fläche von 56 Kilometer Umfang, der Black Mesa, liegen:

 

Erste Mesa Zweite Mesa Dritte Mesa
Hano Mishongnovi Bakabi
Sichomovi Shipaulovi Hotevilla
Walpi Shungopovi Kiakochmovi
Moenkopi
Oraibi

 

Die Dörfer bestehen teilweise seit Jahrhunderten, andere gibt es erst seit 1910 und bilden die Heimat von Menschen, die durch Tradition und Blutsbande zwar eng verbunden sind, sich aber sprachlich und politisch unterscheiden.

Geschichte

Die Legende

Nach der Überlieferung der Hopi lebten vor der Erschaffung der Erde die Geister in einem grenzenlosen Raum namens Tokpela. Zur Zeit der Erdschöpfung sollten die Geister menschliche Gestalt annehmen und der Schöpfer bestimmte diejenigen, die das irdische Leben beginnen sollten. Doch schon bald entwickelten sich viele schlechte Menschen und missachteten die Weisungen des Schöpfers. Deshalb wurde die Erste Welt durch Feuer vernichtet und es überlebten nur die Guten, die sich an die Gebote gehalten hatten.

Es entstand die Zweite Welt, aber wieder wurden die Menschen böse. Abermals vernichtete der Schöpfer die Welt, diesmal jedoch mit Eis und Schnee. Da entstand eine neue, die Dritte Welt. Sie war zwar nicht so schön wie die vergangenen, dafür lebten in ihr zufriedene Menschen. Irgendwann jedoch wurden auch diese Menschen böse, kämpften gegeneinander und hörten nicht mehr auf den Schöpfer. Einige gute Menschen wollten in einer anderen Welt Zuflucht suchen.

Sie fanden schließlich die Vierte Welt, das war unsere heutige Welt, in der Masaw, der Hüter der Welt, lebte. Masaw erlaubte ihnen zu bleiben, warnte sie aber vor den Schwierigkeiten, die ihnen bevorstanden. Sie wohnten an vielen Orten, bevor sie ihre heutige Heimat erreichten(*). Das neue Land war so unfruchtbar, dass nur Gebete ihnen Regen und damit Nahrung bringen konnten.

(*) Tatsächlich hat die Archäologie entdeckt, dass einige verlassene Pueblos, wie Sikyatki und Awatowi, einst von Hopis bewohnt worden sind.

Die Zeit der Spanier

Als im Jahre 1540 Francisco de Coronado vom Süden her einmarschierte, lebten die Hopi schon seit Jahrhunderten auf den Mesas und hatten dem kargen Boden Mais, Bohnen und Melonen abgetrotzt. Auf ihrer Suche nach Gold und heidnischen Seelen wurden die Hopi von den Spaniern besiegt. Sie verschütteten die Kivas der Indianer, verboten ihre heidnischen Zeremonien und machten sie zu Sklaven. Die Unterdrückung der Hopi und der anderen Pueblo-Indianer führte schließlich zum Pueblo-Aufstand von 1680. Auch die eigentlich friedliebenden Hopi beteiligten sich an der Revolte. Sie töteten alle Mönche in ihren Dörfern und zerstörten die Missionsgebäude. Die Hopi reagierten feindlich auf alle spanischen Versuche, eine neue Mission zu errichten. Nur das Dorf Awatobi hieß die Spanier willkommen und wurde in der Folgezeit von anderen Hopi-Pueblos angegriffen und zerstört. Die Überlebenden fanden Zuflucht in verschiedenen Hopi-Dörfern.

Die Hopi unterhielten gute Beziehungen zu den meisten anderen Stämmen und legten weite Strecken zurück, um Handel mit ihnen zu treiben. Ihre Webwaren sind sehr gefragt in den Rio-Grande-Pueblos. In Zeiten extremer Dürre verließen sie die Mesas und lebten dann bei den Zuni und Havasupai. Die Diné (Navajo), von denen sie manchmal überfallen wurden, sahen sie als ihre traditionellen Feinde an.

Die Amerikaner kommen

Der Einfluss der spanischen und mexikanischen Regierung hatte nach dem Aufstand nicht mehr die abgelegenen Hopi-Dörfer erreicht. So lebten sie relativ friedlich, bis die Amerikaner auf ihrem Zug nach Westen ihre Ruhe störten. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden durch die amerikanische Expansion Angehörige der Diné auf das Territorium der Hopi gedrängt. Dieser Vorfall löste einen Streit zwischen beiden Stämmen aus, der noch heute ausgefochten wird - allerdings im Kongress und vor den Gerichten.

Ursprünglich waren die Hopi-Dörfer autonome Einheiten. In jüngerer Zeit hat sich ihre Mehrheit in zeitgemässere Strukturen organisiert. Dabei haben sie sich an den Indian Reorganization Act gehalten und die Hopi wurden offiziell ein Stamm. Man nahm eine Verfassung an und führte eine demokratische Regierungsform auf Stammesebene ein.

Religion

Die Hopi sind als ein besonders religiöses Volk bekannt. Die Religion ist so untrennbar mit dem täglichen Leben verknüpft, dass man sie nicht isoliert betrachten kann. Die Stammesältesten glauben, dass sie als Erben die Verwaltung und den Schutz der Mutter Erde übernommen haben. Diese Aufgabe übernehmen die Geheimbünde, Wuutsim genannt. Sie leiten religiöse Zeremonien, die das irdische und geistliche Wohlergehen aller Menschen sichern und gute Beziehungen zur Umwelt und den Geistern aufbauen.

Das bekannteste aller Hopi-Rituale ist der alle zwei Jahre Ende August durchgeführte Schlangentanz, in dem die Akteure, die erfahrensten Hopi, mit lebenden Schlangen im Mund tanzen. Tatsächlich sehen die Zuschauer nur einen kurzen, jedoch aufregenden Ausschnitt einer längeren Zeremonie, von der das meiste geheim in Kivas zelebriert wird.

Beide Geschlechter beginnen ihre zeremonielle Laufbahn bald nach dem sechsten Lebensjahr mit der Einführung in den Kachina-Kult (Katsina-Kult). Hopi-Kachinas sind maskierte Nachahmungen einer großen Anzahl von Göttern, Geistern, gestorbener Ahnen und Wolken, die von Männern dargestellt werden. Frauen nehmen selten aktiv bei Zeremonien teil, außer als freiwillige Mitglieder in einer von mehr als drei weiblichen Geheimbünden. Doch in jedem Dorf haben Männer die Möglichkeit, einer großen Anzahl von Geheimbünden beizutreten, darunter auch solchen, die eine strenge Stammesaufnahme arrangieren und die eine jährliche Wintersonnenwende (Soyal) zelebrieren. Die Soyal ist so wichtig, dass sein Leiter immer mit einem hohen öffentlichen Amt betraut wird, gewöhnlich dem des Dorfhäuptlings.

Kunst

Einige der schönsten Arbeiten im Südwesten bei der Töpferei, beim Schmuck und Korbflechten stammen von den Hopi. Auf der ersten Mesa werden besonders gute Töpferwaren ohne Töpferscheibe hergestellt. Für das Bemalen mit komplizierten Mustern werden Pinsel aus Yucca-Fasern und Naturfarben benutzt. Die zweite Mesa und dritte Mesa sind für ihre Flechterzeugnisse aus Yuccafasern und Weidenruten berühmt. Auf allen Mesas schnitzt man Kachina-Puppen aus den Wurzeln des Cottonwood-Baums, einer Pappelart. Die Silberschmiede haben sich auf besondere Auflagetechnik spezialisiert. Eine Reihe begabter Künstler fertigen auch Einlegearbeiten mit Halbedelsteinen, wie Türkis, Koralle und Perlmutt an.

Lebensweise früher und heute

Im Stamm war früher die matrilineare Vererbung die Regel. Oraibis Bevölkerung zum Beispiel war gewöhnlich in 30 oder 31 matrilineare Klans aufgeteilt, die in neun größere soziale Einheiten oder Phratrien gruppiert waren, von denen es viele heute nicht mehr gibt. Zudem waren die Hopi früher strikt matrilokal, das besagt, die Braut blieb im Haus ihrer Mutter. Dieser Brauch hat sich aber nicht durchgesetzt.

Die Hopi versorgten sich selbst durch Ackerbau und Schafzucht. Am meisten wurde Mais angebaut, aber sie pflanzten auch Bohnen, Kürbis, Melonen und eine Reihe weiterer Gemüse und Früchte. Die Männer arbeiteten auf den Feldern und bei den Herden, zusätzlich bauten sie Häuser, veranstalteten die meisten Zeremonien, stellten Mokassins her und webten Kleidungsstücke und Decken. Die Frauen waren neben der üblichen Hausarbeit für die Korbmacherei und Töpferei zuständig, sie holten Wasser, beteiligten sich an der Gartenarbeit und beim Hausbau.

Mit dem Ende der Isolation haben eine wachsende Menge von Hopi die Lebensart ihrer Vorfahren verlassen. Gefangen in einem Prozess des schnellen kulturellen Wandels richten sie ihre Aufmerksamkeit nicht mehr nach innen auf ihre Pueblos, sondern nach außen auf die Dörfer, Städte und die Wirtschafts-, sowie Gesundheitssysteme des weißen Mannes. Farmarbeit und Viehzucht sind noch immer wichtig, doch wird die Lohnarbeit zunehmend zur hauptsächlichen Einnahmequelle. Kein anderer Stamm produziert mehr handwerkliche Arbeiten als die Hopi, die sowohl in den Dörfern als auch außerhalb der Reservation verkauft werden.

Die Reservation der Hopi ist seit den 60er-Jahren immer wieder stark bedroht, da es Ansprüche auf die dort befindlichen Bodenschätze durch weiße Großunternehmen gibt. Jedoch konnten sich die Hopi bisher diesem Druck auch durch eine sehr gute Öffentlichkeitsarbeit widersetzen. Die Haltung der Hopi gegenüber Touristen ist sehr reserviert, aber höflich. Ein Besucherzentrum am Anfang der Reservation weist höflich darauf hin, dass ein Weiterfahren eigentlich nicht mehr notwendig, aber doch grundsätzlich erlaubt ist.

Die Politik der Hopi gegenüber der amerikanischen Regierung ist sehr konsequent und nahezu kompromisslos. Die US-Regierung versuchte daher über eingesetzte Verwalter die alleinigen Entscheidungen der Stammesältesten zu beeinflussen.

Kachinas

(korrekt: "Katsina" pl. "Katsinam") sind Holzpuppen, die bei den Hopi, den Zuni und anderen Pueblo-Indianern im Südwesten von Nordamerika die Geister der Natur und der Ahnen symbolisieren. Aus diesem Grunde werden sie als heilige Wesen verehrt. Kachina wirken als Vermittler zwischen den Göttern und den Menschen und bringen den lebensnotwendigen Regen zur Erde.

Dargestellt werden die Kachina durch maskierte und kostümierte Tänzer. Außerdem werden kleine Figuren aus Pappelwurzelholz (Cottonwood) geschnitzt, die die Kachina darstellen sollen. Die Tänzer verschenken die vielgestaltigen Puppen an junge Mädchen, um ihnen Gesundheit und spätere Fruchtbarkeit zu bringen.

Ab etwa 1900 kam vor allem unter den weißen Touristen ein großes Interesse für die Kachina-Figuren auf und die Puppen wurden zu begehrten Sammlerobjekten. Aus diesem Grund begannen viele Hopi mit der kommerziellen Herstellung der Puppen. Heute gilt die Herstellung als hohe Form der Schnitzkunst und die Kachina-Puppen erzielen hohe Preise auf dem indianischen Kunstmarkt. Bereits 1901 (!) sammelte das Berliner Museum für Völkerkunde eine größere Anzahl dieser Figuren.

Die älteren Figuren werden besonders in Frankreich hoch gehandelt. Den höchsten Preis erzielte im Dezember 1997 bei Sotheby's in New York eine "Salako"-Figur für $ 294.000. Künstler wie Marcel Duchamp, Max Ernst, Piero Dorazio, Andre Malraux, Horst Antes und andere sammelten die Katsinam. Besonders zu empfehlen ist das Buch "Katsinam" des Museums für Völkerkunde in Lübeck. Es zeigt die Sammlung Horst Antes', die wohl die bedeutendste in Privatbesitz ist.

 

 

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